Das Wirtschaftsforum tagte bereits zum 19. Mal
Mittwoch vergangener Woche lud das Wirtschaftsreferat alle Badener Gewerbetreibenden zum 19. Wirtschaftsforum in den Sparkassensaal. In einem interessanten Bericht wurde die Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturuntersuchung für Niederösterreich und Baden präsentiert. Auch die Schaffung einer eigenen Badener Währung wurde diskutiert.
Im Gegensatz zum letzten Wirtschaftsforum war das Interesse der Gewerbetreibenden diesmal sehr groß. Über 70 von ihnen fanden sich im Sparkassensaal ein, um über aktuelle Probleme zu diskutieren und sich die Ergebnisse einer Studie anzuhören.
Im vergangenen Jahr fand in Niederösterreich die bislang umfangreichste Untersuchung von Kaufkraft und Kaufkraftflüssen im Auftrag der Wirtschaftskammer statt. Alleine in Baden wurden dazu 326 Befragungen durchgeführt. Der Leiter des Projektes, Mag. Stefan Lettner, präsentierte in überaus spannender und kurzweiliger Weise selbst die Ergebnisse.
Die Stadt Baden verfügt laut dieser Studie über eine jährliche wirksame Kaufkraft von 197 Mio Euro. Damit belegt man in Niederösterreich den erfreulichen 3. Platz. Mehr als die Hälfte dieses Umsatzes stammt von Konsumenten aus Baden. Rund 72 % dieser Kaufkraft verbleibt in der Stadt. Der Großteil der Kaufkraftabflüsse wandert von Baden in die SCS. Vor allem die Sparten Schönheit, Wellness und Telekommunikation sind davon betroffen. Generell wurden die Qualitätskriterien „Atmosphäre“ und „Beratung“ in Baden mit sehr gut bewertet. Damit liegt Baden im NÖ- Vergleich an 2. Stelle.
Auch mit der Angebotsvielfalt zeigten sich die Befragten zufrieden. Interessant erscheint die Tatsache, dass sich die Einwohner Badens pro Einkauf im Schnitt nur 34 Minuten lang in der Stadt aufhalten, während „Auswärtige“ 82 Minuten lang verweilen. Generell sind auch in Baden massive Verkaufsflächenverlagerungen an peripher gelegene Standorte zu verzeichnen. Dem sollte im neuen Raumordnungsgesetz Einhalt geboten werden. Wichtig wäre laut Aussage des Vortragenden die Schaffung von größeren Verkaufsflächen im Zentrum, um so frequenzbringende Unternehmen in der Stadt ansiedeln zu können. „Auch in Innsbruck ist es geglückt, mitten in der Altstadt eine große Fläche zu schaffen, auf der nun ein Einkaufszentrum entstehen soll“, sagt Lettner. Interessenten für Baden gäbe es laut Aussage des Bürgermeisters bereits.
Im Anschluss an die Präsentation wurde dann die Einführung einer eigenen Badener Währung diskutiert. Diese soll bei Banken erhältlich sein und wäre in allen Badener Geschäften einlösbar. Diese spezielle Badener Währung könnte auch von den Geschäften anstelle von Rabatten oder Gutschriften ausbezahlt werden. Ziel einer derartigen Aktion wäre die stärkere Kundenbindung an die Badener Geschäfte.
Quelle: Badener Zeitung vom 24. Mai 2007