Gasslgespräche: Geschäftsleute fordern eine saubere Stadt

 

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Auch Ständer vor Geschäften sind vielen ein Dorn im Auge

Vergangenen Dienstag lud das Wirtschaftsreferat die Gewerbetreibenden von Breyerstraße, oberer Wassergasse und Frauengasse zum Gasslgespräch in das Café Zentral. Der Andrang war so groß, dass sogar der Platz knapp wurde. Vor allem das Thema Stadtbild sorgte den ganzen Abend über für hitzige Diskussionen.

Bereits im Vorjahr wurden die Gasslgespräche vom Wirtschaftsreferat ins Leben gerufen. Geschäftsleute der verschiedenen Einkaufsstraßen der Innenstadt werden dabei zur Diskussion eingeladen. Chancen und Risken sollen ebenso evaluiert werden wie die Stärken und Schwächen. Ziel ist es, langfristig ein einheitliches Marketingkonzept für Baden zu erstellen.

Während an diesen Gesprächen bislang im Schnitt nicht allzu viele engagierte Unternehmer teilnahmen, war der Andrang im Café Zentral gewaltig. Sessel um Sessel musste dazugestellt werden, und schließlich glich der hintere Teil des Lokals eher einem Konferenzraum denn einem Kaffehaus.

Gleich zu Beginn bewertete Mag. Angelika Meixner-Scharrer (Glaserei Scharrer) die Chancen der Wassergasse als sehr gut, räumte jedoch ein, dass speziell die seit langem währenden Baustellen sehr geschäftsstörend seien. Dieser Meinung schloss sich auch Brigitte Felten (Street One) an. „Besonders ärgerlich sind die Fahrzeuge der Bauarbeiter, die offensichtlich mitten in der FUZO geparkt werden und dann dort den ganzen Tag die Auslagen verstellen.“

Etwas schärfer formulierte es Hans Nowotny (Herrenmoden), der zwar bereits in absehbarer Zeit seinen Ruhestand antreten wird, aber dennoch mit ungebrochenem Eifer bei der Sache war. Er meinte, dass einige der Geschäfte ihre Portale dringend erneuern müssten. „Manche Geschäfte sind wirklich das Letzte. Das findet man nicht einmal mehr im Ostblock“, so Nowotny, der an alle Kollegen appellierte, ihre Portale auch mit Pflanzen zu verschönern.

Besonders auch die Problematik der ausufernden Ausräumungen vor einigen Geschäftslokalen hatte es den Diskutanten angetan. Als negatives Beispiel wurde das Textilmodengeschäft zu Beginn der oberen Wassergasse genannt. Dort stünden nicht nur viel zu viele schäbige Ständer auf der Straße, diese würden auch viel zu weit hineinragen. Baustadtrat Hans Hornyik, der auf Einladung der Organisatorin Mag. Sabine Hauger an der Veranstaltung teilnahm, musste diese und viele andere Fragen in Punkto Stadtbild beantworten. „Wir sind gerade dabei ein Regelwerk auszuarbeiten, das ab Herbst zum Einsatz kommen soll. Wir wollen gemeinsam mit den Geschäftsleuten Lösungen erarbeiten“, so Hornyik, der in diesem Zusammenhang auf die schwierige Gesetzeslage hinweist. Sämtliche Sondernutzungsrechte die Ausräumungen vor den Geschäften betreffend, sollen laut Baustadtrat ab Jänner 2009 neu geregelt werden. „Unser Ziel ist es, den Wildwuchs einzudämmen“, bestätigte Hornyik.

Werner Gruber (Spielzeuggeschäft Baader) forderte stärkeres Engagement der Unternehmer. „Bei derartigen Versammlungen nehmen immer die Gleichen teil. Es sind vor allem die Trittbrettfahrer, die wir motivieren müssen. Zudem ist es eine Schande, wie wenige Unternehmen dem Stadtmarketing angehören. In Baden gibt es 600 Betriebe und nicht einmal 100 sind dort Mitglied“, so Gruber. 

 

Quelle: Badener Zeitung vom 23. April 2008

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